Schutzmassnahmen

Wie kann man sich schützen?

Zwar gehen Experten zur Zeit davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit für Menschen, sich mit Vogelgrippe zu infizieren, unter normalen Umständen äußerst gering ist, doch es kann nie falsch sein, sich frühzeitig über eventuelle Schutz- und Vorsorgemaßnahmen zu informieren.

Reagiert hat beim Ausbruch der Vogelgrippe in erster Linie auch die Politik und die UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung. So wurden im Mai 2006 Richtlinien erlassen, die den Umgang mit Geflügel soweit sterilisieren sollen, dass eine Ansteckung mit dem Erreger H5N1 fast unmöglich wird. Viel drastischer und schwieriger erweist sich dagegen der Schutz von Landwirten in Asien. Da diese dort mit ihren Tieren im wahrsten Sinne des Wortes zusammenleben, müsste zuallererst dieser enge Kontakt als Schutzmaßnahme aufgehoben werden.


Wie gesagt, hat die UN-Organisation 2006 versucht, die Vogelgrippe einzudämmen, damit sich diese nicht zu einer Seuche entwickeln kann. Zu den Schutzmaßnahmen gehörte dabei sowohl, dass man sich mit der Minimierung der Ansteckungsgefahr befasst was die Weitergabe des Virus von Tier zu Tier, sowie von Tier zu Mensch betrifft. Die Tipps zu einer besseren Geflügelhaltung sollten demnach zu beidem beitragen, so dass die Vogelgrippe weitestgehend eingedämmt werden kann. Wichtig war hierbei auch der Ratschlag, wie man mit verendeten Tieren umzugehen habe. Diese sollten am besten verbrannt oder tief in der Erde vergraben werden, damit die Ansteckungsgefahr so weit wie möglich minimiert werden kann.

In Deutschland befasste man sich in den letzten Monaten vorwiegend mit dem Tierseuchengesetz, der Verordnung zur Aufstallung des Geflügels zum Schutz vor der Klassischen Geflügelpest, sowie der Geflügelschutzverordnung und die Wildvogel-Geflügelpestschutzverordnung. Andere Länder hingegen nahmen auch davon abweichende Sicherheitsmaßnahmen vor.

Als sehr wirksam hat sich auch eine vorbeugende Tötung von Tieren erwiesen, sofern der Verdacht darauf bestand, dass einige der in einem Stall zusammen lebenden Tiere infiziert waren. Die Gefahr, dass sich auch schon die übrigen Tiere mit der Vogelgrippe angesteckt haben könnten, war laut Meinung der Experten einfach zu hoch. Dies bedeutet jedoch auch, dass es weitaus weniger Ausbrüche der Vogelgrippe bei Tieren gibt als Geflügel getötet wird. Es handelt sich hierbei lediglich um eine Schutzmaßnahme. Schon durch den Kadaver verendeter Tiere oder den Kot infizierter Tiere kann es zu einer Kontamination kommen. Eng mit den Schutzmaßnahmen der Vogelgrippe ist auch die Stallpflicht verknüpft. Damit Wildvögel, die den Erreger H5N1 schon in sich tragen, frei lebendes Geflügel nicht anstecken, solle dieses in den Krisengebieten im Stall gehalten werden. Daneben werden auch Sperrzonen dort eingerichtet, wo man infizierte Tiere aufgefunden hat. In diesen Gebieten dürfen Geflügel und Geflügelprodukte wenn dann nur noch mit Genehmigung transportiert werden.

Davon betroffen sind auch Geflügelmärkte sowie Vogelbörsen. In Deutschland dürfen diese seit Herbst 2005 nur noch in Ausnahmefällen statt finden und sind genehmigungspflichtig. Außerdem dürfen bei einer Jagd keine Lockvögel mehr eingesetzt werden. Geflügel darf nur noch mit Leitungswasser und nicht mehr wie früher mit Trinkwasser, welches einem die Natur bietet, getränkt werden.

Von oberster Stelle wurde durch die Europäische Union ein Verbot für Importe von Geflügel erlassen. Darunter fallen Wildvögel ebenso wie Geflügelfleisch, Eier und unbehandelte Federn, die aus Ländern stammen, in welchen bereits die Vogelgrippe aufgetreten ist. Allerdings wird der Import in einigen Ländern nicht eingehend genug kontrolliert, so dass dort eine Sicherheitslücke besteht.

Als sehr wirksam im Kampf gegen die Vogelgrippe haben sich aber auch Impfungen erwiesen, welche bei Tieren vorgenommen werden. Doch die WHO ist da eher skeptisch und sieht eine Gefahr darin, dass bereits geimpfte Tiere, die aber schon infiziert sind, selbst zum Überträger der Vogelgrippe werden könnten. Eine Mutation wäre nicht ausgeschlossen, was auch ein Fall in Mexiko zeigte.

Die wichtigste Maßnahme im Kampf gegen die Vogelgrippe und deren Erreger H5N1 ist wohl aber immer noch ausreichende Hygiene was den Umgang mit Geflügel aller Art anbelangt. Besondere Hygienevorschriften sind gerade für Landwirte und Geflügelzüchter ein unbedingtes Muss, um so die Verbreitung des Virus nicht noch voranzutreiben. So sollte nach dem Betreten von Hühnerställen die Kleidung gewechselt werden. Ferner ist der Kontakt mit Menschen und Geflügel, sowie Geräten und Fahrzeugen, die mit erkrankten Tieren in Berührung gekommen sind, zu vermeiden. Personen, die besonders gefährdet sind, sollten außerdem spezielle Schutzkleidung tragen, ebenso Schutzhandschuhe und eine Schutzbrille. Sofern bei auftretenden Fällen nicht ausgeschlossen werden kann, dass eine Aerosolbildung von Statten gehen kann, muss unbedingt auf den Atemschutz bestanden werden.

Wie sich der Privatmann schützen kann, wurde ebenfalls von zahlreichen Experten hitzig diskutiert. An oberster Stelle steht auch hier die Hygiene. Helfen kann es, wenn man Geflügelprodukte, also auch Eier, getrennt von anderen Lebensmitteln lagert und zubereitet. Eier sollten dabei niemals roh verzehrt, sondern richtig fest gekocht werden. Nach der Zubereitung von Geflügelprodukten sind die Hände gründlich zu reinigen. Verpackungen, in denen sich Geflügelprodukte befunden haben, sollten sofort entsorgt werden.