Verbreitung

Wie und wo breitet sich das Virus aus?

Immer wieder fragt man sich, wie es so weit kommen konnte, dass sich nun auch Menschen der immer größer werdenden Gefahr einer Infizierung ausgesetzt fühlen müssen. Ursprünglich wurde die Vogelgrippe nur von Tieren auf Tiere übertragen. Wissenschaftler sind sich mittlerweile doch auch dort sicher, dass es sich bei der Vogelgrippe um eine der schlimmsten Erkrankungen handelt, welche jemals unter den Tieren ausgebrochen ist.

Die Schwere, mit welcher die Vogelgrippe Menschen und Tiere trifft, kann man höchstens noch mit der Rinderpest vergleichen. Wie auch dort, verbreitet sich die Vogelgrippe mittels ihres Virus durch Kotpartikel. Dass sich auch andere Tiere damit anstecken können, beruht darauf, dass die Kotpartikel mit den Hühnerabfällen wieder als industrielles Geflügelfutter verarbeitet werden. Beim Schlachten hingegen findet eine Übertragung des Virus mittels des Blutes statt. Aber auch durch die Kleidung des Metzgers und Schlachters sowie über dessen Arbeitsgeräte kann sich die Ansteckungsgefahr erhöhen.


2006 jedoch fand die Weltgesundheitsorganisation heraus, dass die größte Gefahr der Übertragung wohl nicht vom Blut oder dem Kot des Geflügels ausgeht. Nachweislich wird das Virus, welches anschließend zur Vogelgrippe führt, sehr stark mit dem Atemtrakt in Verbindung gebracht. Die Wahrscheinlichkeit, sich dem Virus auszusetzen, ist dabei größer als die Infizierung über den Kot der Tiere. Bei einer Untersuchung von 100.000 Kotproben von Wildvögeln konnte in keiner einzigen Probe das H5N1-Virus nachgewiesen werden.

Was jedoch noch immer nicht geklärt werden konnte, ist, ob das Virus H5N1 eher durch Wildvögel oder aber durch anderes Geflügel ausgebreitet wird. Wissenschaftler und Experten in diesem Bereich sind sich jedoch einig, dass die größte Gefahr einer Ansteckung wohl von Geflügel ausgeht, welches in der Landwirtschaft gezüchtet wird.

Das Virus scheint davon zu leben, dass es seinen Wirt nicht gleich tötet. Vielmehr nutzt H5N1 seinen Wirt langfristig dazu, sich in aller Ruhe ausbreiten und vermehren zu können. Die Rede ist hier deswegen von einem so genannten Reservoirwirt. Als weniger gefährdet was den Befall des H5N1-Virus anbelangt, sind Wanderwasservögel, See- sowie Küstenvögel. Dennoch ist es nicht ausgeschlossen, dass auch sie Träger des Virus sind Die enorme Gefahr, welche dann von diesen Vögeln ausgeht ist, dass diese durch ihre Wanderung das Virus auf der ganzen Welt verbreiten können.

Ein Fall, der in letzter Zeit in China bekannt wurde, gilt noch heute als der größte und erschreckendste Vorfall in Bezug auf die Vogelgrippe. 2005 gab es in Nordchina ein Massensterben von Streifengänsen, welche das Virus in sich trugen. Heute geht in vielen Ländern mit die größte Gefahr überall dort aus, wo Geflügel auf sehr engem Raum in großen Massen gehalten wird. Sterben können bei einem Befall Puten, Hühner, aber auch Fasane, Wachteln und Perlhühner ziemlich schnell. Dies schließt jedoch nicht aus, dass sie den Erreger zuvor an ihre Umwelt weitergeben.

Weil Geflügel vor allem in Deutschland auch eine sehr große wirtschaftliche Bedeutung hat, wurden schon diverse Vorsorgemaßnahmen getroffen. So gibt es in etwa die Geflügelpest-Verordnung, welche in etwa anordnet, dass Geflügel im Stall gehalten werden soll. So soll verhindert werden, dass sich das Virus auf vorbei fliegende Vögel ausbreiten kann.

Weitaus weniger gefährlich ist die Vogelgrippe für den Menschen und andere Säugetiere. Zwar kann sich der Erreger H5N1 auch auf Säugetiere ausweiten, doch die Wahrscheinlichkeit, dass sich Geflügel damit ansteckt, ist um ein Vielfaches größer. Ein Fall, der durch die Presse bekannt wurde, beschäftigt sich mit dem Auffinden des H5N1-Virus im Jahr 2005 in Schweinen, welche in Indonesien leben. Doch nicht nur Schweine können den Erreger in sich tragen. Bei einer Untersuchung 2004 fand man auch Katzen vor, die diesen Virus in sich trugen und an diesem letztendlich gestorben sind. Ausbreiten konnte sich das Virus dadurch, dass die Katze zuvor Geflügelfleisch von einer Farm gefressen hatte. Eine große Befürchtung, die Experten nun haben, ist, dass das Virus bei Katzen lernen kann, sich den Bedingungen, welche Säugetiere zum Überleben des Virus ausstrahlen müssen, anzupassen. Damit würde es viel leichter zu einer Infizierung unter Säugetieren kommen können.

Man fand jedoch auch schon bei Untersuchungen heraus, dass ebenso Hunde vom Erreger H5N1 befallen werden können. Von 629 Hunden waren 160 infiziert gewesen. Bei einer Untersuchung auf Verdacht fand man hingegen unter 111 Katzen 8 infizierte. Momentan geht man aber davon aus, dass von Hunden und Katzen, welche normal gehalten werden, kein wesentliches Risiko ausgeht.